NatixKunst
Der Heilige Georg
Die Herstellung einer Ikone ist nicht nur ein handwerklicher, sondern auch ein geistlicher Prozess. Deshalb werden Ikonen in der orthodoxen Tradition oft als „geschrieben“ und nicht als gemalt bezeichnet. Zunächst wird eine Holztafel vorbereitet, die mit Leinen bespannt und mit mehreren Schichten Kreidegrund (Gesso) überzogen wird. Nach dem Trocknen wird die Oberfläche glatt geschliffen. Anschließend wird das Motiv nach traditionellen Vorlagen vorgezeichnet, da Ikonen festen Regeln und Symbolen folgen. Danach werden häufig der Hintergrund und die Heiligenscheine mit Blattgold vergoldet, das das göttliche Licht und die Ewigkeit symbolisiert. Die Bemalung erfolgt traditionell mit Eitempera. Dabei werden zuerst dunkle Farbschichten aufgetragen und anschließend immer hellere Schichten, um das göttliche Licht darzustellen. Zum Schluss werden die Namen der dargestellten Heiligen oder biblischen Personen hinzugefügt und die fertige Ikone mit einer schützenden Firnisschicht überzogen. Für viele Ikonenschreiber gehört außerdem das Gebet und eine geistliche Vorbereitung zur Arbeit, da eine Ikone nicht nur ein Kunstwerk, sondern ein „Fenster zum Himmel“ sein soll.
